Scratch-Umbau eines Heng-Long Panther G

Eigentlich, ja eigentlich (ich fange alle meine Berichte so an, da es leider Gottes so der Fall ist) wollte ich den Panther von HL ja nur so zum Spaß… Die Packung kam, ich öffnete sie und war frustriert. Die Fernsteuerung war so feste verschraubt worden, dass die entsprechenden Gehäuseteile ausgebrochen waren, die Fernsteuerung also nicht zu gebrauchen war. Es sollte so weitergehen. Ich reparierte die Fernsteuerung und fuhr so ein paar Stunden durch heimische Gefilde. Der Ton… naja, die Farbe…naja, das Fahrverhalten…naja. Ein bißchen viele „najas“. An diesem Punkt hätte ich eine konsequente Entscheidung treffen müssen, naja… tat ich aber nicht. Ich wollte eigentlich (da war es wieder) nur erst einmal die Lackierung optimieren. Aber wenn ich das schon mache, dann müsste ich am Turm (hier wollte ich alles erst einmal ausprobieren) ein paar Schweißnähte ergänzen… und die Kommandantenkuppel abtrennen und dem Original anpassen… und… mehr aber nicht. Nachdem ich ein paar Bilder der Originale gesichtet hatte, war ich mit einer stetig steigenden Zahl an Details unzufrieden. Es sollten nun auch Dinge an der Wanne verändert werden. Aber keine Zurüstteile… eigentlich… naja… die Ketten kann man ja mal probieren. Durch meinen damaligen Schnellkauf kannte ich nur einen Anbieter, da kamen dann auch die Metallketten und die Räder her. Das sollte reichen. Tat es aber nicht. Sukzessive wurde immer mehr verändert, ja es wurden sogar Sachen wieder neu angefertigt, die ich zu Anfang bereits verändert hatte. Das hätte ich auch anders planen können.

Zuerst mal eine kurze Liste der großen Veränderungen:
  • Heraussägen der Bugplatte / versetzen / Rumpf anpassen 
  • Getriebe hoch und nach hinten versetzen (immer noch nicht ganz original) 
  • Kettenspanner 
  • Akkus neu und versetzt 
  • ElMod 6
  • Neue Fernsteuerung 
  • Leit- und Treibräder
Aber zurück zu einem der Anfangsprobleme. 

Nicht nur die Fernsteuerung zeigte Schäden an den Verschraubungen. Auch am Fahrzeug selbst zeigten die Kunststoffteile Risse und waren für ein ordentliches Projekt nicht mehr zu nutzen. Also entschied ich mich für Stehbolzen. Ich bohrte die bestehenden Schraubenlöcher aus und setzte M2 Gewindestangen ein. Diese verklebte ich und achtete darauf, dass die noch verbliebenen Teile des ursprünglichen Kunststoffmaterials ebenfalls mit verklebt wurden. Nach und nach offenbarten sich immer größere Probleme. Das Gehäuse bzw. die Halterung der Höhenverstellung war ebenfalls gebrochen. Auch hier ergänzte und verstärkte ich die bestehende Konstruktion. Im Nachhinein würde ich das alte System gänzlich entfernen und somit auch gleich den Lüfterdeckel auf dem Turm ersetzen. Leider ist durch die zuvor beschriebene Unterkonstruktion der Höhenverstellung an ein Heraustrennen des Lüfters nicht mehr zu denken, zumindest nicht ohne größten Zeitaufwand bei minimalem Ergebnis.

Nach all diesen Veränderungen hätte ich eigentlich mit der Lackierung… genau… eigentlich! Auf dem Motordeck; die Ösen, der große Spalt am Motorraumdeckel, der Lüfter, die Deckel… Am Heck: die Auspuffanlage, der Wagenheber, die Staukästen… Lange Rede, kurzer Sinn: Ich begann immer mehr Details zu ergänzen, zu ersetzen und wurde immer kritischer.

Auch jetzt ertappe ich mich schon wieder, bereits bestehende Teile und gemachte Arbeiten nochmals zu überdenken. Aber irgendwann sollte auch Schluss sein. Dann lieber ein neues Modell und dann die Fehler wettmachen.

Bilder vom Zwischenstand (WIP)







Bilder vom Bau
Angefangen hat der Umbau mit dem Turm. Dies ermöglichte auf kleinem Raum schnell Ergebnisse zu erzielen und Erfahrungen mit dem Kunststoff dieses Fahrzeuges zu erlangen. Um es kurz zu machen: der verwendete Kunststoff erleichtert die Arbeit nicht wirklich. Er ist bröckelig und reagiert nur schwerfällig auf die normalen Klebstoffe.


Alles, was nicht dem Original entsprach wurde entfernt, umgebaut oder ergänzt. Dabei kamen Kunststoffprofile unterschiedlicher Stärke, Spachtelmasse, Messingblech und Draht zum Einsatz.


Die Blende der Kanone wurde mit einem Fräskopf eines Schnellläufers mit einer Gussstruktur versehen, die Nummer des Bauteils entstand aus Zahlen, die mit einem Skalpell von Bausatzspritzlingen entfernt wurden. Die Flügelmuttern entstanden aus dem dünnen Blech von Fischkonserven.



Sobald die Grundierung aufgetragen war, zeigte sich das Ergebnis der tagelangen Feinstarbeit.


 

Ähnlich der Arbeiten am Turm erfolgten nun auch die Arbeitsschritte an der Wanne. Das Schutzblech des Panzers wurde aus Bastelfolie abgeformt, der Originalkotflügel teilweise entfernt, das Folienteil aufgeklebt, verformt, dann mit Harz verstärkt und lackiert.


Einer der wichtigsten und mühevollsten Arbeiten stellte das Blech auf den beiden Seiten der Wanne dar. Dies sollte nicht einfach verklebt werden, sondern wurde aus Messing gefertigt, auf durchgehenden Halterungen montiert... mit echten Schrauben. Auch die Kettenhalterungen wurden aus Metall (Kupfer) gefertigt. Diese beiden Bauabschnitten wurden in "Massivbauweise" ausgeführt, damit beim Fahren mit dem Modell und im Falle von Zusammenstößen keine Teile abreißen können.


Sämtliche Teile des Hecks mussten nachgearbeitet werden oder erhielten Ergänzungen.


Die Lüfterdeckel wurde aus Profilen gedreht, die feinen Schrauben durch echte Schrauben aus Messing ersetzt. Alle Schweißnähte ergänzt...




Die Lüfterabdeckungen aus feinsten Polystyrolplatten gefertigt.


Bei den Flammvernichtern an den Auspuffrohren wurden die Bleche einer Fischkonserve hauchfein angeschnitten und einzeln in Form gebogen. 




Die Wartungsluken und Schleppvorrischtung wurden ergänzt und verfeinert. Alle Schrauben durch echte Schrauben ersetzt. Die Wartungsluken haben im Falle dieses Modelles sogar eine Funktion... sie lassen sich öffnen und es kann die Kettenspannung eingestellt werden.


Die Staukästen waren beim Original oft durch Kollisionen mit Gegenständen beschädigt bzw. deformiert. Auch das Modell sollte solche Schäden aufweisen. Ähnlich wie beim Kotflügel wurde die Form der Staukästen abgeformt, die Staukästen dann teilweise entfernt, die Folie aufgeklebt, beschädigt, anschließend mit Harz verstärkt und lackiert. 






Da das Fahrzeug geöffnet werden muss, kann man die obere Wanne von der unteren trennen, indem man diese leicht nach oben, hinten wegschiebt. Diese Halterung ermöglicht es zudem die viel zu dünne Wanne aufzudicken und so realistischer aussehen zu lassen. WICHTIG: Beim Heng Long Modell stimmt die gesamte Frontpartie nicht. Hier wurde der schräge Wannenteil komplett entfernt und originalgetreu angebracht. Damit konnten auch die Vorgelege neu gestaltet werden. Trotz aufwendiger Arbeiten, ist das Ergebnis nicht ganz original. Hier hilft nur die Tamiya-Wanne...



Die aufwendigen und originalgetreuen seitlichen Bleche mit den Halterungen für die Schürzen.


Die Wartungsluken, die geöffnet werden können und einen Zugriff auf die Kettenspanner zulassen.


Bild 26 und 27 zeigen den Kettenspanner bzw. auch den Lautsprecher für die realistischen Klänge während der Fahrt.



Die Lackierung des Turmes bildete wieder einmal den Weg zum nächsten Arbeitsschritt: Der Lackierung und Gestaltung des gesamten Panzers.







Die seitlichen Werkzeuge wurde allesamt von Hand neu gefertigt, da die mitgelieferten Werkzeuge mit den Originalen nichts zu tun haben und Zurüstteile zu teuer waren.






Die Räder des Heng Long Panthers sind eigentlich nicht schlecht, aber eigentlich blödsinnig konstruiert. Eine Naht, oder vielmehr eine unnötige Kante ziert die eigentlich perfekt gerunderte Radform. Diese musste mühsam entfernt, dann verspachtelt und verschiffen werde.


Das mitgelieferte "Figürchen" ist im Originalzustand nicht befriedigend. Hier wurde viel gespachtelt und aus Spachtelmasse und Profilen das Halfter under Kopfhörer neu geformt. Die Bemalung erfolgte mit Acryl- und Ölfarben



Die seitlichen Kettenschürzen sind aus dünnen Polystyrolplatten gefertigt und wurden unterschiedlich gestaltet. Dies war auch im Alltag so üblich, wurden verloren gegangene Bleche gerne durch Ersatzbleche ersetzt... egal wie die Lackierung zum Fahrzeug passte.

















Als kleine Zugabe, wenn auch nicht ganz billig, erhielt das Fahrzeug ein Flugabwehr-MG... sehr filigran!